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Rostock, Germany, 08.06.2007

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Freiwillige Selbstkontrolle der Fonds gescheitert

Unter dem Stichwort "Investitionssicherheit" wollte Finanzminister Steinbrück bei den G8 erste Schritte zur Risiko-Minderung bei den hoch spekulativen Hedge-Fonds einleiten. Aber nicht einmal vagen Andeutungen für freiwillige Transparenzstandards der gigantischen Spekulationsbranche wollten die USA und Großbritannien zustimmen.

Hedge Fonds sind ein besonders spekulativer Teil der neuen, entkoppelten Finanzmarkt-Geschäfte, zu denen auch die Private-Equity-Fonds gehören. Diese haben in den letzten Jahren Hunderttausende von Wohnungen in Deutschland gekauft.

Hedge- und Private-Equity-Fonds sammeln Gelder bei großen Versicherern, bei privaten Rentenfonds und anderen großen Vermögensbesitzern ein. Allein die Hedge-Fonds verwalten zwischen 1.500 bis 2.000 Mrd. Dollar. Die Grenzen zwischen Anlagefonds, Banken und den Hedge-Fonds werden mit der internationalen Deregulierung der Finanzmärkte immer undeutlicher. Steuern zahlen sie kaum. Durch Konkurrenz getrieben, wollen alle so viel wie möglich an Kundschaft und das Management ausschütten, weswegen sich mehr und mehr Finanzierungs-, Kredit- und Risikostrategien aller Art verflechten. Die Struktur der Fonds sind dabei zutiefst undurchsichtig. Große Transaktionen großer Fondsgesellschaften könnten zu Zusammenbrüchen im internationalen Finanzsystem führen.

Eine sehr hohe Kreditfinanzierung ist eines der wenigen Dinge, die man über die Fonds sicher weiß. Irgendwo und irgendwann muss der Berg von Schulden beglichen werden. Gerade weil sie super spekulativ sind, suchen die Fonds ein Stück verhältnismäßig sichere Rendite, z.B. im Wohnungssektor. Dadurch aber werden auch die Wohnungen in den riskanten Strudel der Spekulation gezogen.

Die G8 haben dem spekulativen Ausverkauf der Städte freie Bahn gelassen. Unter diesen Bedingungen sind schöne Worte über mehr Sozialstandards in der Globalisierung hohles Gerede.

Knut Unger, Habitat Netz

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