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So., 11.05.2008, 10:00 Uhr
Dortmund

Thema Wohnungskämpfe beim Bundeskongress Internationalismus

Beim 31. Bundeskongress Internationalismus an Pfingsten in Dortmund bieten wir folgende zwei Workshops und ein Vernetzungstreffen an.

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Kongressthema / Rechte

So 10.00 – 11.30 Uhr und 12.00 – 13.30 Uhr

Wohnrechtskämpfe und neoliberale Globalisierung

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Über 1 Milliarde Menschen wohnen weltweit unter Bedingungen, die nach den Kriterien der Vereinten Nationen menschenunwürdig sind: auf der Straße, in engen Elendsquartieren, ohne Wasser- und Abwasserversorgung, ohne Schutz vor Vertreibung. Und täglich werden es mehr.

Im Wettbewerb um Investoren, gutbetuchte Neubürger und Touristen geraten die BewohnerInnen ganzer Städte und Regionen unter Verdrängungsdruck. Vor allem in wirtschaftlich boomenden Städten werden die Leute für Verwaltungsgebäude, Hotels, Shoppingcenter, Straßen, Industrieanlagen und Gated Communities der Mittelschichten geräumt. Mega-events wie Olympiaden und Fußballweltmeisterschaften gelten den Stadtvermarktern als Motoren wettbewerbsertüchtigender Modernisierung. Und überall walzt diese Modernisierung die Lebensräume der Armen platt.

Gerade in erfolgreichen Metropolen des Weltmarktes wie New York, London, Paris oder Barcelona ist Wohnraum auch für Lohnarbeiter des Finanz- und Entertainment-Sektors unerschwinglich. Öffentliche Wohnungen, Bodenmärkte und Infrastrukturen sind längst in die Mühlen der internationalen Finanzspekulation geraten. Zu den Auswirkungen der

geplatzten Spekulationsblase gehören nicht zuletzt auch unzählige zusätzliche Obdachlose in den USA, um deren Städte herum neue Zeltcamps entstehen und die Wohnmobilarmut wächst.

Solches Unrecht mobilisiert weltweit BewohnerInnen- und Solidaritätsbewegungen für den Kampf um sichere und bessere Wohnbedingungen. Dabei sammeln sich in vielen Ländern - und ansatzweise auch international - die Bewegungen unter Slogans wie dem „Recht auf Wohnen“. In ihrem Kampf für die Anerkennung und die Verteidigung, die

Umsetzung und die Aneignung ihrer Rechte können sich diese Bewegungen auch auf die internationalen Menschenrechte berufen. Zugleich sind aber diese Menschenrechte selbst - ebenso wie alle staatlichen und internationalen Regelungen, Institutionen und Programme - Kampffelder, auf denen unterschiedliche Interessen und Strategien aufeinander prallen. Welche Chancen gibt es, das „Recht auf Wohnen“ gegen die Hegemonie der neoliberalen Globalisierung durchzusetzen?

In diesem Workshop wollen wir uns dem Thema der internationalen Wohnrechtskämpfe praktisch anhand von aktuellen Bespielen nähern.

Im ersten Teil berichten Klaus Teschner und Knut Unger von aktuellen Slum-Kämpfen in Nairobi, von Bewohnervertreibungen für die Fußballweltmeisterschaft in Kapstadt, von der Abrisssanierung großer Stadtgebiete in Istanbul, von erfolgreichen Ansätzen des Widerstandes gegen Wohnungsprivatisierung im Ruhrgebiet und vom beispielgebenden

Kampf der Bewegung der Hausbesetzer und Mieter MOI in Buenos Aires, die leerstehende Häuser und Fabriken in kollektiv angeeigneten preisgünstigen und guten Wohnraum verwandeln.

Im Zentrum der Diskussion steht der Versuch, internationale Bezugspunkte dieser Verteidigungs- und Wiederaneignungskämpfe zu identifizieren.

Im zweiten Teil begrüßen wir VertreterInnen der Paris Bewegung JEUDI NOIR, die über ihre Aktionsformen in der Metropole der Wohnungskrise berichten: die Wohnungsbesichtigungsparties, die Haus- und Straßen-Besetzungen, die erfolgreiche Mobilisierung der Öffentlichkeit, die Reaktionen der Staatsmacht und gemeinsam errungene Erfolge. Welche Perspektiven für eine Europäisierung der Wohnrechtskämpfe ergeben sich aus diesen und anderen lokalen Erfahrungen?

Mit Klaus Teschner (Misereor, TRIALOG), Knut Unger (Habitat Netz, MieterInnenverein Witten), Martin Krämer (Mieterforum Ruhr) sowie unseren Gästen aus Paris und Venezuela.

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Sonntag, 15 Uhr

Vernetzungtreffen

Internationalisierung von Stadt- und Wohnungskämpfen?

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Hunderttausende Mieter in Deutschland haben nach den Verkaufswellen der letzten Jahre internationalen Finanzinvestoren als Vermieter. Umgekehrt waren und sind deutsche Großbanken direkt an destruktiven Immobilienspekulationen und Großinvestitionen in den USA und in vielen anderen Ländern beteiligt.

Es lassen sich viele weitere "globale2 Determinanten für Stadt und Wohnen aufzählen:

Die jahrzehntelange globale Hegemonie von Deregulierung und Privatisierung, der Siegeszug "innovativer Finanzprodukte" wie REITs oder Verbriefung, Sonderwirtschaftszonen, der globalisierten Einzelhandel, der internationalisierte Standortwettbewerb, die Wettbewerbspolitik der EU-Kommission...

Die wirtschaftliche Globalisierung stellt lokale soziale Bewegungen trotz großer Unterschiede überall auf der Welt vor ähnlichen Fragen:

Wie können wir noch etwas erreichen. wenn die lokalen Handlungsspielräume immer enger werden und Entscheidungen in den Zentralen globaler Finanzinvestoren getroffen werden?

Wie können wir aus unseren zähen und oft hilflosen lokalistischen und nationalen Abwehrkämpfen wieder zu Offensiven kommen?

Wie können wir ohne Verlust unserer lokalen Einbindung die Auseinandersetzung mit den Kräften der wirtschaftlichen Globalisierung aufnehmen?

Allerdings: Von der überall mehr oder weniger bewussten Problematik (und der globalisierungskritischen Rhetorik, die unter anderem bei Weltsozialforen gepflegt wird) hin zur internationalistischen Praxis ist es ein weiter Weg.

Häuser, Menschen und soziale Bewegungen sind im Unterschied zu Kapital- und Informationsströmen lokal gebunden. In den Stadt- und Wohnungskämpfen geht es um ganz konkrete Alltags- und (Über)lebensinteressen, die nicht mal eben mit dem Verweis auf die Notwendigkeit globaler Kämpfe aufgeschoben werden können. Und schließlich bestehen lokale Basisbewegungen in der Regel auch nicht aus Intellektuellen, die sich ohne Probleme global verständigen oder gar reisen können.

Gerade in Deutschland ist der internationale Austausch von und unter lokalen Sozialbewegungen und stadt-/wohnungspolitischen Organisationen unterentwickelt.

Welche praktikablen Projekte können wir uns vorstellen, um diese Defizite abzubauen?

Ausgehend von unseren verschiedenen Erfahrungen mit der Organisierung und Vernetzung von wohnungs- und stadtpolitischen Initiativen wollen wir überlegen, was wir auf diesem Feld gemeinsam unternehmen können.

Habitat Netz - Mieterforum Ruhr - Projekt "Reclaiming Spaces"

Knut Unger, Habitat Netz
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